Bin ich faul?

Diese Frage hat mich gestern mal wieder beschäftigt. Wiedre mal!

Ich habe den Vormittag auf der Couch gelegen und fern gesehen, ich war allein und konnte schauen, was ich wollte. Kurze Runde mit dem Hund, das war’s. Nach dem Mittag kam das schlechte Gewissen. Du kannst nicht den ganzen Tag nichts tun. Andere denken sowieso schon von dir, dass du faul bist. Tu etwas.

Ich bin dann eine größere Runde mit dem Hund gegangen und habe dann Holz in den neugebauten Unterstand für Brennholz eingebracht. Ich habe etwa 2,5 h gebraucht.

Ist es faul, am Sonntag nur auf der Couch zu liegen? Was ist Fleiß? Wer ist fleißig, wer ist faul? Wer darf sich darüber eine Meinung bilden, wer nicht? Warum ist mir die Meinung anderer so wichtig, dass ich mich davon treiben lasse?

Vielleicht mache ich nicht immer das, was man von mir erwartet. Aber ich denke, ich arbeite genug. Ich muss leider immer wieder feststellen, dass ich nicht mehr so viel kann, wier vor ein paar Jahren. Das kann ich aufs Alter schieben 😉 😀 aber auch auf die Erkrankung aus 2011. Seitdem muss ich aufpassen, was ich tue. Ich brauche Pausen. Passe ich nicht auf mich auf, bewege ich mich wieder abwärts. Zurzeit merke ich, dass mir der Sport fehlt. Mit über 100 kg auf der Waage sieht man mir das nicht wirklich an, ich brauche aber regelmäßig Sport. Da meine Schulter mir immer noch Probleme bereitet, liegt das derzeit total brach. Und dabei ist Sport sow wichtig! Es hilft solche belastenden Gedanken zu vertreiben, den Kopf klar zu bekommen.

Das Gefühl habe ich dazu oft auf Arbeit. Oft habe ich das Gefühl, dass mich meine Kollegen für faul halten. Nicht immer mache ich das, was sie vielleicht erwarten, beschäftige mich mit Computer und Software. Ist das meine Arbeit? Nicht immer, zumindest war es das nicht immer. Aber immer mehr wurde dies wichtig. Heute ist es mein Job! Mein Wissen wurde auch immer gern genutzt. Irgendwo muss es herkommen! Andere arbeiten anders, wenn ich faul bin, sind sie es auch! Sie sind zu faul, sich das Wissen anzueignen, das ich mir angeeignet habe. Dieses Wissen hat mich nur wenig Arbeitszeit gekostet. Viel mehr habe ich in meiner Freizeit dort gelernt. Ich habe Zeit und Geld (viel Geld 🙁 ) in dieses Wissen investiert. Wer also behauptet, ich sei faul, irrt sich vielleicht. Manch einer ist aber sehr fleißig, viel fleißiger und liegt hier richtig. Es gibt immer jemanden, der besser ist!

Ich habe gestern beschlossen, längst vernachlässigte Sachen unbedingt wieder anzufangen. Dazu gehört Sport (mal schauen, ob es wieder geht!) und vor allem ein Wochenplan. So kann ich im Nachhinein auch sagen, ich habe etwas geschafft bzw. konnte es nicht schafen, weil…

Jetzt habe ich nur noch ein Problem. Der Wochenplan unter Outlook war easy. Über die Cloud mit den Handys verbunden, alles war überall zu lesen. Jetzt sind wir auf Android umgestiegen. Ich hoffe, ich bekomme das hin.

Lesen und andere Ablenkungen

Lesen bildet, sagt man. Ich kann dies, ohne arrrogant wirken zu wollen, bestätigen. Ich lese gern und kann das Gelesene auch schon mal abrufen.

Lesen lenkt aber auch ab. Dies ist nicht negativ gemeint. Lesen bindet die Aufmerksamkeit und lässt die Gedanken nicht bei Belastendem verweilen. Sorgen lassen uns in Ruhe.

Nun gibt es sicher Sorgen, um die man sich kümmern muss, weil sie sonst nie verschwinden (oder die Maden fressen es weg 😉 ) Aber es gibt auch Sorgen, die wir durch Grübeln oder sonstige Aktivitäten niemals beseitigen werden. Trennungen sind z. B. solche Sorgen. Der Gedanke an Trennung stürzt einen in eine Abgrund aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint. Ich kann aber durch noch soviel Grübelei oder Aktivität daran nichts ändern. Mein Kopf und dann irgendwann das Herz muss sich daran gewöhnen. Das ist schmerzhaft. Und da hilft Ablenkung. Zurzeit lese ich gerade das Buch „Gespräche mit meienr Katze“ von Eduardo Jáuregui und Anja Rüdiger. Ein Buch über Trennung in Verbindung mit Burnout / Depression. Dieses Buch hat mich überrascht! Es beschreibt so klar, was mit einem passiert und beschreibt auch so klar, was hilft. Ablenkung! Mir wurde bei meinem ersten Aufenthalt im Krankenhaus verordnet durch den Park zu laufen und auf die Tiere im Park zu achten. Ich sollte sie fotografieren / zählen. Damals wusste ich nicht genau warum. Heute sehe ich den Sinn. Im Nachhinein hätte ich mir gewünscht, zu wissen, warum ich dies tue. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob das den Erfolg gefährdet hätte? Ich kann dies ja auch nicht mehr wiederholen (möchte ich auch nicht).

Aber ich weiß, dass Ablenkung hilft. Als ich bei der ersten reha ankam, war ich am Boden. Ich las sehr viel und musste mich somit nicht mit den negativen Gedanken beschäftigen. Ich wurde langsam stabiler. So konnte ich etwas Kraft tanken und mich auf meine Genesung konzentrieren. Dies hat mir ungemein geholfen. Über den Wert von Freunden habe ich schon an anderer Stelle geschrieben, dazu will ich hier keine Ausführungen machen.

Auf jeden Fall kann ich dieses Buch empfehlen. Ich werde diese Buch auch noch auf dieser Homepage rezensieren. Ich freue mich schon darauf, habe ich doch nun schon mittlerweile mehr Bücher zu dem Thema (und auch anderen Themen) gelesen.

Schauen muss ich jetzt nur noch, wie ich dies technisch auf der Homepage darstelle. 🙂